Umgekehrte Fronten im Umweltkrieg

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“Die Maschinen laufen auf Hochtouren. Das betreffende Gebiet im brandenburgischen Wald ist bereits weitgehend gerodet. Wenn die Arbeiten im aktuellen Tempo fortgesetzt werden, kann in Kürze mit der Errichtung des Projekts begonnen werden. Nun marschieren besorgte Bürger auf. Umweltschützer im ebenso heiligen wie gerechten Zorn.” - Ein Gastbeitrag von Gert Bachmann

Die Maschinen laufen auf Hochtouren. Das betreffende Gebiet im brandenburgischen Wald ist bereits weitgehend gerodet. Wenn die Arbeiten im aktuellen Tempo fortgesetzt werden, kann in Kürze mit der Errichtung des Projekts begonnen werden. Tausende Arbeitsplätze werden entstehen. Das Unternehmen hat versichert an anderer Stelle das dreifache Gebiet wiederaufzuforsten. Ameisennester werden umgesiedelt. Nistkästen sollen Vögel für die verlustig gegangenen Bäume entschädigen. Fledermäuse, Eidechsen etc. werden evakuiert. Die Rodungsarbeiten sollen bis März abgeschlossen sein. Dann beginnt die Brutzeit. Und während dieser darf in ganz Deutschland kein einziger Baum gefällt werden.

Nun marschieren besorgte Bürger auf. Umweltschützer im ebenso heiligen wie gerechten Zorn. Die Kompensationsmaßnahmen sind keineswegs ausreichend bzw. können den angerichteten Schaden an der Natur niemals wieder gut machen. Arbeitsplätze haben Nachrang vor dem Erhalt des deutschen Waldes. Die Behörden bzw. die Gerichte geben den Umweltschützern recht.

Absurd. Lächerlich. Überzogen. So die Reaktionen einer deutschen Bundestagspartei. Erraten: AfD!

Büttel des Kapitalismus. Ausverkäufer unserer Zukunft. Zerstörer der Mutter Erde. Vernichter nachhaltiger Lebensgrundlagen. Mentale Giftmüllschleudern…

Hoppala. Nein, doch nicht. Es waren die Grünen.

Der geneigte Leser wird nun einigermaßen verwirrt sein. Bei dem Projekt handelt es sich nämlich nicht um ein Atomkraftwerk, eine Kohlemine oder um Fracking-Bohrungen. Und bei dem Unternehmen handelt es sich nicht um einen Energieriesen.

Es handelt sich um ein Tesla-Werk, wo E-Autos gebaut werden sollen. Der Unternehmer ist der Silicon Valley-Riese Elon Musk.

In Anbetracht der Tatsache, dass das Werk lediglich deutsches Steuergeld direkt wie indirekt verschlingen wird, da E-Mobilität in Massen anders nicht finanzierbar ist sowie in Anbetracht der Tatsache die Grünen einer erneuten Scheinheiligkeit überführt zu haben, zaubern die Geschehnisse dem Reaktionär ein schadenfrohes Lächeln ins Gesicht. Und bestimmte Umweltschützer gewinnen plötzlich an Sympathien…

PS: Nichts gegen Space X. Aber aus gutem Grund bleibt dieses Musk-Projekt ja in Amerika…

Gert Bachmann