Für Münchner Hotels wird es eng

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Für große Kritik sorgen derzeit die Pläne zum Neubau zweier Hotels in München. Die Häuser sollen direkt im Zentrum der Stadt entstehen und beide von dem Konzern „Motel One“ betrieben werden. Kritiker des Projekts fürchten einen enormen Verdrängungswettbewerb durch die internationale Kette. Um derartige Situationen rechtlich abzusichern, spricht sich AfD-Landtagsabgeordneter Franz Bergmüller für eine Teilfortschreibung des Landesentwicklungsprogramms aus. Dies soll dann künftig neben der Ansiedlung von beispielsweise Einzelhandelsgroßprojekten auch die Abschöpfungsquote von Hotels regeln.

Zwei unabhängige Bauvorhaben beschäftigen derzeit ganz München. Immobilien-Unternehmer Hubert Haupt plant derzeit ein siebenstöckiges Hotel an der Schillerstraße 3 und 3a, direkt im Zentrum der Stadt. 35 Wohnungen müssen in diesem Zug dem Großprojekt weichen. Der Investor verteidigt sein Handeln. Er habe jedem Mieter „freundschaftlich gekündigt“ und baue des Weiteren als Ersatz derzeit 100 Wohnungen in Neuperlach. Ein zweites Hotel soll durch „DC Values“ an der Bayerstraße 25 gebaut werden, direkt am Hauptbahnhof. Die beiden Baupläne hängen primär nicht zusammen, beide Häuser sollen anschließend jedoch durch die Großkette „Motel One“ betrieben werden. Beide Anträge werden derzeit geprüft.

Ortsansässige Hoteliers und Anwohner sehen dem Hotel-Bau mit großer Sorge entgegen. Neben dem Verlust des „Münchner Charmes“ durch die internationale Kette, befürchten kleinere Betriebe starke Konkurrenz durch den Hotel-Riesen. Auch AfD-Landtagsabgeordneter Franz Bergmüller kritisiert die Bauvorhaben. Der Politiker engagiert sich ehrenamtlich als Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes Oberbayern und Landesvorsitzender des Vereins zum Erhalt der Bayerischen Wirtshauskultur (VEBWK). „Durch diese Neubauten wird enorm Wohnraum vernichtet“, konstatiert Bergmüller, „den größten Schaden werden jedoch kleinere Pensionen und Hotels davontragen. Der Hotelmarkt in München ist gerade im Zentrum überhitzt und es beginnt ein gnadenloser Verdrängungswettbewerb. Mittelständler können da nicht mithalten.“

Trotz des Rückhalts durch Oberbürgermeister Dieter Reiter stehen die Chancen auf eine Ablehnung der Bauanträge derzeit schlecht. Um die Situation zu entschärfen, fordert Franz Bergmüller jetzt dringend eine Teilfortschreibung des Landesentwicklungsprogramms (LEP). Derzeit wird durch das LEP die Ansiedlung von beispielsweise Baumärkten oder Einzelhandelsgroßprojekten in städtischen Gebieten geregelt. Dabei wird insbesondere Wert auf eine zulässige Abschöpfungsquote gelegt. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hatte sich bereits für eine Teilfortschreibung des Programms in Bezug auf das Anbindungsgebot bei Einkaufszentren ausgesprochen. Daran will Bergmüller nun anknüpfen. „Um ein faires Zusammenleben mit kleineren ortsansässigen Hotels zu ermöglichen, muss sich ‚Motel One’ einer Abschöpfungsregelung im gleichen Preissegment unterziehen“, so der Politiker, „als Vertreter der Bayerischen Bürger setze ich mich dafür aktiv ein. Als Landtagsabgeordneter und als Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes Oberbayern.“