Auf Einladung der Initiative „Rosenheim steht auf“ referierte Dr. Markus Krall vor rund 600 Zuhörern im Kurhaus Bad Aibling zum Thema „Kampf um die neue Weltordnung“. Als ausgewiesener Kenner des Politik-, Geld- und Wirtschaftslebens analysierte er die gesellschaftlichen Gegensätze, die sich seiner Ansicht nach seit der Corona-Zeit weiter verschärft haben.

An der deutschen Politik der regierenden Parteien ließ Krall kein gutes Haar. Er forderte eine drastische Reduzierung des Staatsapparates, einschließlich der Abschaffung zahlreicher Ministerien und deren Etats. Zudem sprach er sich für eine umfassende Vereinfachung des Steuersystems sowie für die teilweise Abschaffung einzelner Steuerarten aus.

Auf die Frage einer Zuhörerin, ob die AfD die bestehenden Verhältnisse verändern könne, antwortete Krall unmissverständlich, dass eine grundlegende politische Wende – wenn überhaupt – nur mit der AfD möglich sei.

Ein weiterer Schwerpunkt seines Vortrags war der globale Machtkampf zwischen den beiden führenden Weltmächten USA und China, personifiziert durch Trump und Xi. Krall kam zu dem Schluss, dass Europa geopolitisch zwischen den Machtblöcken China und Amerika steht und sich daneben mit den BRICS-Staaten sowie Russland drei weitere, kleinere Einflusszonen herausbilden.

In der anschließenden Diskussion wurde auch die Israel-Frage thematisiert. Krall betonte die geopolitische Bedeutung Israels als den „Flugzeugträger der USA im Vorderen Orient“ und stellte klar, dass die Vereinigten Staaten Israel niemals fallen lassen würden. Israel selbst bezeichnete er als einen der innovativsten Staaten weltweit und verwies darauf, dass das Land so viele Start-ups im Bereich der Zukunftstechnologien hervorgebracht habe wie ganz Europa zusammen.

Auf die Frage nach dem zu erwartenden Goldpreis erklärte Krall, dass er angesichts der anhaltenden geopolitischen Krisen einen Goldpreis von bis zu 10.000 Euro für durchaus möglich halte. Entgegen seiner früheren Einschätzung plädierte er zudem dafür, die in den USA gelagerten Goldreserven der Deutschen Bundesbank nach Deutschland zurückzuholen.

Besonders nachdenklich stimmte viele Zuhörer seine Einschätzung zur Entwicklung der Künstlichen Intelligenz. Er verwies unter anderem auf die Pläne von Elon Musk, eine sich selbst steuernde Mission zum Mars zu realisieren, bei der sämtliche Projekte vor Ort durch KI organisiert würden. Krall sieht die Dimension der KI-Entwicklung so weitreichend, dass in Produktionsprozessen, in denen früher 5.000 Menschen beschäftigt waren, künftig bestenfalls noch fünf Personen in einem Kontrollraum benötigt würden – mit der Perspektive, dass selbst diese Arbeitsplätze langfristig wegfallen könnten. Eine Entwicklung, die von vielen Anwesenden als beängstigend wahrgenommen wurde.

Franz X. Bergmüller, MdL und Unterstützer von „Rosenheim steht auf“

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