Ein Kommentar von Franz Bergmüller, Metzgermeister, Immobilienunternehmer und bayerischer Landtagsabgeordneter aus Rosenheim:
Eine medizinische Kurzstudie der Universitätsmedizin Mainz kommt zu einem auffälligen und besorgniserregenden Ergebnis: In zwei Gemeinden im Kreis Paderborn mit starkem Ausbau der Windenergie traten laut behördlicher Daten mehr Fälle von Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen auf als in zwei Vergleichsgemeinden mit deutlich weniger Windkraftanlagen. Die Studienergebnisse wurden vor Fachpublikum auf dem letzten Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin vorgestellt. Die Untersuchung bezieht sich auf die Jahre 2015 bis 2024 und wurde als retrospektive Auswertung von Abrechnungsdaten der Krankenkassen angelegt. Dabei berücksichtigt die Studie für 2024 eine Testpopulation von 25.550 Einwohnern mit starkem Windkraftausbau sowie eine Kontrollpopulation von 49.700 Einwohnern mit nur wenigen Windrädern. Nach Angaben der Autoren war die Zahl neuer Herzinsuffizienz-Fälle in den beiden stärker belasteten Gemeinden deutlich höher; auch bei bedrohlichen Rhythmusstörungen wurde ein Anstieg festgestellt. Die Mediziner vermuten, dass dauerhafte Belastung durch tieffrequenten Schall den Herzmuskel und das vegetative Nervensystem beeinflussen könnte, sodass Herzrhythmus und Pumpleistung leiden. In der Studie wird dieser Zusammenhang als statistisch eindeutig auffällig beschrieben. Besonders auffällig seien die Jahre 2021 bis 2024 gewesen. Für Borchen wird eine Steigerung der Neu-Erkrankungen um 21 bis 51 Prozent genannt, für Lichtenau um 20 bis 68 Prozent. Die Autoren sprechen von einem statistisch signifikanten Zusammenhang und sehen dringenden Bedarf einer weiteren Abklärung der Gesundheitsrisiken durch Infraschall. Die Studie wurde mit Daten der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe erstellt, stützt sich also auf eine zuverlässige Quelle. Die Autoren betonen, dass sie bei der Bewertung der Daten klimatische, demografische und sozioökonomische Faktoren berücksichtigt hätten. Dennoch bleibt die Untersuchung eine kommunale Auswertung, die nun dringend auf weitere Regionen ausgeweitet werden muss. Die Forscher sehen in ihren Ergebnissen jedenfalls ernstzunehmende Hinweise auf gesundheitliche Risiken durch Infraschall im Umfeld von Windenergieanlagen. Sie fordern weitere Forschung und eine kritische Überprüfung möglicher Grenzwerte. Für die betroffenen Gemeinden und ihre Bewohner könnte die Studie neue Fragen aufwerfen, vor allem mit Blick auf Gesundheitsschutz und den weiteren Ausbau der Windkraft. Die Ergebnisse zeigen aber vor allem eines: Die langjährigen Warnungen der AfD vor den gesundheitlichen Folgen der Windenergie hatten ihre Berechtigung und dürfen nun nicht länger ignoriert werden. Nachdem die Staatsregierung im Freistaat in den nächsten Jahren mindestens 2000 Windkraftanlagen genehmigen will, müssen alle Grenzwerte und Mindestabstände sofort auf den Prüfstand. Ein weiterer Zubau in der Nähe von Wohnbebauung ist angesichts der neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse jedenfalls nicht tragbar. Die AfD wird sich daher im Bayerischen Landtag für eine schnelle Abklärung der Risiken einsetzen und weitere Forschung zum Thema Infraschall und Bevölkerungsschutz anstoßen.