Massensturm auf Tourismusregionen steuern!

2 Minuten Lesezeit

Der Walchensee bei Kochel ist nicht nur bei ausländischen Touristen beliebt. An den Wochenenden wird der Ort von Tagesgästen aus München buchstäblich überrollt. Auch anderen Tourismusregionen in Bayern ergeht es ähnlich. Franz Bergmüller, tourismuspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag, setzt sich nun für eine effektive Entzerrung des Massenansturms auf einzelne Orte ein.

„Es ist nicht der Tourismus an sich, der den Orten und ihren Einheimischen schadet, denn er bringt auch Wertschöpfung und Infrastruktur“, sagt AfD-Abgeordneter Franz Bergmüller, „vielmehr geht es um die Konzentration einer großen Menge von Gästen auf wenige Tage in der Woche“. Erst vor kurzem hatten Anwohner des Walchensees bei Kochel gegen die derzeitige Situation demonstriert. Besonders großes Ärgernis: „Wildparker“ in Hauseinfahrten oder direkt am Seeufer. „Wir müssen dringend den ÖPNV in den betroffenen Regionen ausbauen, um das Anreisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln so attraktiver gestalten“, so Bergmüller, tourismuspolitischer Sprecher der bayerischen AfD-Fraktion, „die Orte sind auf eine derart starke Verkehrsbelastung nicht ausgelegt. Das gilt auch für die Parksituation.“ Bisher lohnt sich das Nutzen der Bahn auf dem Weg zum Walchensee kaum. Zugüberlastungen und Verspätungen sind an den Strecken Schliersee, Tegernsee und Bayerischzell an Wochenenden trotz Extrazügen traurige Normalität. Die BOB hat schlichtweg nicht genug Kapazitäten für den enormen Touristen-Ansturm.

„Wir müssen jetzt handeln“, sagt der Abgeordnete, „die von Grünen-Politiker Christian Zwanziger geforderte ‚statistische Erfassung der Tagesausflügler und der Wertschöpfung, die sie den jeweiligen Regionen bieten‘ liegen längst vor. Hier reicht es nicht, weiterhin zuzusehen und auf mehr Informationen und Daten zu warten. Bayerische Orte werden durch die Tourismuswelle buchstäblich überrollt. Wir müssen jetzt Maßnahmen ergreifen, um die Situation schnell, effektiv und nachhaltig zu verbessern.“

Für eine grundsätzlich Entzerrung des Wochenend-Tourismus auf die betroffenen Regionen fordert der Politiker eine umfassendere „Förderung der Heimat“ in ganz Bayern. „Wir brauchen um Ballungszentren, wie beispielsweise München, mehr Freizeiteinrichtungen, sowie einen Ausbau der Rad- und Wanderwege, um Wochenendausflüglern mehr Alternativen anbieten zu können“, sagt Bergmüller, „so erreichen wir eine breitere Streuung der Freizeitziele.“ Ein großes Anliegen ist dem Abgeordneten außerdem die Förderung von flexiblen Arbeitszeitmodellen. „Momentan konzentrieren sich die Haupt-Stoßzeiten des Wochenendtourismus aufgrund der gewöhnlichen Arbeitszeiten ganz klar auf Samstag und Sonntag“, sagt der Politiker, „um die Belastung der betroffenen Orte und die allgemeine Verkehrssituation zu entlasten, fordere ich dringend flexible Arbeitszeitregelungen. Für Ausflügler steht dann beispielsweise auch der Montag zur Verfügung. Der Massenansturm auf touristische Gebiete wird somit entzerrt, ohne dass die Orte finanzielle Einbußen zu erwarten haben.“ Um dieses Ziel zu erreichen ist auch Eigeninitiative der Tourismusregionen gefragt. „Wir brauchen besondere Angebote für Wochentage, auch abends“, sagt Bergmüller, „so können wir mehr Anreize setzen und die Entlastung der betroffenen Ortschaften aktiv vorantreiben.“

Für ein weiteres Problem der Touristik in Bayern appelliert Bergmüller eindringlich an alle einheimischen und ausländischen Gäste. „Müllberge, weggeworfene Verpackungen und Unrat in unseren Wäldern, auf unseren Straßen und an den Seen sind definitiv nicht tragbar“, so der tourismuspolitische Sprecher, „jeder, der das Privileg hat, die wundervolle bayerische Landschaft zu genießen, muss seinen Teil dazu beitragen, dass unsere Heimat auch weiterhin lebenswert und sauber bleibt.“